Kaffee - Kultivierung in Thailand Print

           

Es ist der Arabica-Kaffee, der dort in den kühleren, höher gelegenen Regionen gedeiht und dessen Bohnen als beste Qualität gelten. Insgesamt machen diese Bohnen aber einen verschwindend kleinen Teil der Gesamtproduktion Thailands aus. Aktuell werden pro Jahr in Thailand nur gerade ein paar hundert Tonnen Arabica-Bohnen in den hohen Bergen des Nordens produziert, während von der für den Massenmarkt bestimmten Robusta-Bohne pro Jahr rund 80.000 Tonnen im Süden des Landes geerntet werden.

Begonnen hat der Kaffeeanbau in Thailand Anfang der 70er auf eine Initiative der Regierung, die damit den einstigen Opiumbauern eine neue Einkommensquelle erschließen wollte. Erst durch die Unterstützung der UN und des thailändischen Königshauses, gelang es den Kaffee auch richtig als marktfähiges Produkt zu etablieren.

Die Gebirgsregionen im nördlichen Teil von Thailand sind die ursprüngliche Heimat der Bergvölker, (Lisu, Hmong, Lahu, Karen, Akha).
Für ihren Lebensunterhalt kultivierten sie früher Opium, bis der König von Thailand ein Forschungs,- und Entwicklungsprogramm für den Anbau von hochwertigen Bio Arabica Kaffee um den einstigen Opiumbauern neue Einkommensquellen zu erschließen.

Auf den brandgerodeten Opiumfeldern wurde der Regenwald neu aufgeforstet oder es wurden Obstgärten angelegt. Im Schatten dieser Bäume gedeihen diese hochwertigen Arabica Bohnen. Dieser Kaffee wird nachhaltig und ressourcenschonend in kleinen Parzellen angebaut. Über lokale Kooperativen vermarkten die Bergvölker ihre Kaffeebohnen selbst. Somit bleiben die Einnahmen in ihrem lokalen Wirtschaftskreislauf. Dadurch hat sich die Infrastruktur und Lebensqualität der Menschen in den abgelegenen Bergdörfer erheblich verbessert.

Das initiierende Entwicklungsprojekt des Königshaus, namentlich der seit 1946 regierende Monarch Bhumibol Adulyadej Rama IX für den Anbau von hochwertigen Bio-Kaffee, reduziert die ökologischen Probleme der traditionellen Felderwirtschaft der Bergvölker und ersetzt ihre ökonomische Abhängigkeit vom Opiumanbau. Zur Erhaltung der natürlichen Ressourcen gibt die nationale Forstbehörde nur bestimmte Flächen für die lokale Landwirtschaft frei. Eine extensive Landwirtschaft und der Einsatz von Chemikalien wird nicht gern gesehen, woran sich auch gehalten wird.

In  Forstsystemen wachsen die Kaffeepflanzen in kleinen Einheiten unter Obst- und Waldbäumen. Diese Bäume schützen vor Bodenerosion, indem ihre Wurzeln das Eindringen von Wasser in den Boden beitragen und dadurch den Oberflächenabfluss nach Regenfällen minimieren. Gleichzeitig befördern ihre tief verankerten Wurzeln Wasser und Nährstoffe aus den tieferen Schichten nach oben. Die Blätter der Bäume liefern Schatten, halten den Boden kühl und verringern die Verdunstung. Der Laubfall der Bäume ist ein natürlicher Dünger, er regt die Bodenfauna an und verbessert die Bodenqualität.

In diesen Mischkulturen ist der Schädlingsbefall wesentlich geringer als in Monokulturen und fördert die Artenvielfalt.
Der Verzicht von chemischen Zusätzen schützt das Grundwasser und die Bodenverschmutzung und damit auch die Gesundheit der Menschen.

Klimatisch herrschen in Nordthailand perfekte und vor allem auch langfristig stabile Bedingungen. So gibt es drei Jahreszeiten (heiß, regnerisch und kühl). Überdurschnittlich heiß, mit Temperaturen von über 30°C herrschen von ca. ende März bis Anfnag Juni, daraufhin setzt die Regenzeit bis ca. mitte Oktober ein, gefolgt von der kühleren Jahreszeit, bei der es in den Bergen jenseits von 1.000 empfindlich kalt werden kann, bis es schließlich daraufhin langsam wieder heißer wird.
Die je nach Zeitpunkt nur optimal rot gereiften Kaffeekirschen werden von ca. mitte November bis ca. mitte März geerntet und aufbereitet.