Aufbau - Kaffeedorf Print

Anknüpfend an das Startjahr 2015 des langfristig angelegten Projektes: Aufbau Kaffeedorf "Mae u Mong" (SIEHE LINK) haben wir in der Kaffeesaison 2015/16 folgende Weiterentwicklung gemacht.

Eingangs ist zu sagen, dass das Kaffeeteam von Anfangs (April 2015) von 15 Mitgliedern auf nun (April 2016) 28 Mitglieder (Haushalte) gewachsen ist. Das Dorf Mae u Mong hat in Summe aktuell 39 einzelne Haushalte.
Dadurch, dass wir sehr viel unserer ohnehin kaum freien Zeit diesem Projekt widmen und versuchen relativ schnell "Nägel mit Köpfen" zu machen, sehen die Leute im Dorf mehr und mehr den Wert und die Chance hinter dem Ganzen, auch wenn die aktuellen Erträge des vorhandenen Baumbestandes nicht sehr hoch sind und dazu kommt, dass in diesem Jahr (2016) erste größere Neupflanzungen vorgenommen werden und man auf erste Erträge daraus noch ca. 3 Jahre warten muss, sind die Teammitglieder und deren Familien trotzdem voller Elan, Wissensdurst und der nötigen Geduld mit dabei.
Nicht nur durch unser Engagement und Einsatz, sondern auch weil wir immer wieder von der Wertschätzung des Rohkaffees bei unseren Abnehmern erzählen, diese teilweise bei einer Kaffeereise mit uns ins Dorf kommen, zusammen mit den Bauern 1-2 Tage verbringen, teils mit anpacken und auch die Spendengelder direkt weitergeben, wird erkannt, dass wir was langfristiges und seriöses auf die Beine stellen.

 

Zu unserem Projekt und der Umsetzung (2016)

Die ersten Erntedurchgänge im November und Dezember koordinierten wir Federführend und vereinbarten je nach Situation fixe Tage, an denen wir ins Dorf kamen und teilweise das picken der Kaffeekirschen begleiteten und im Anschluss jeden einzelnen Bauern die jeweilige Menge abkauften. So wurde mit der Begutachtung der Mengen jeder einzelnen Familie gleich von Anfang an ein wichtiger Faktor zur Steuerung der Qualität in die Wege geleitet. 
Aus diesen ersten drei Erntedurchgängen von in Summe 675kg Kirschen, welche wir bei uns zu Hause gewaschen (mit Fermentation von ca. 36 Std.) aufbereiteten entstanden dann gut 100kg sortierter Rohkaffee.

Aus den danach folgenden Erntedurchgängen und Aufbereitungen im Dorf Mae u Mong entstanden bis April 2016 weitere 300kg sortierter Rohkaffee, so das wir aus der Erntesaison 2015/16 in Summe 400kg sortierten Rohkaffee aus, in und mit Mae u Mong produzierten. Auffällig waren die sehr großen Bohnen (ca. 70% über Screen 18 und auch ein großer Anteil Peaberries) was zum Teil auf die Varietäten aber auch auf die Naturbelassenen, teilweise sehr alten Bäume zurückzuführen ist. Es entstand durch die gewaschene Aufbereitung mit Fermentation und dennoch leichten Einfluss einer "pulped natural" Aufbereitung (beim Übergang zum Trocknen leichter Anteil der Mucilage noch vorhanden) ein harmonischer, würziger Kaffee, dem es auch an Süße und leichter Säure nicht fehlt.

Für die zentrale Aufbereitung und Koordination im Dorf hat sich primär eine Familie hervor getan.Somchai war die Jahre zuvor bereits Dorfleiter und hat nun aufgrund dessen, dass er von einem jüngeren abgelöst wurde die nötige freie Zeit, das Geschick Dinge zu steuern und auch zu dokumentieren und kennt nicht zuletzt sein Dorf und die einzelnen Personen mit am besten und kann somit auch Zwischenmenschlich sehr individuell auf alle Teammitglieder eingehen. Neben ihm packt seine Frau (Nor Ja) mit an und auch die anderen Mitglieder helfen mit, wenn ein Erntedurchgang gepulpt, gewaschen und getrocknet werden muss.
Die einzelnen Teammitglieder bringen in Gruppen unterteilt zu kurz vorher festgelegten Tagen ihre geernteten reifen Kirschen zu Somchai und seiner Frau, welche diese dann mit dem von uns gestellten Equipment weiterverarbeiten. Dabei wird ein mit allen Mitgliedern besprochener sehr guter Kirschenpreis bezahlt. Ebenso geben wir für die Pergaminos, welche wir letztendlich dem Somchai abkaufen einen Preis, der sehr hoch liegt und die Qualität und Arbeitsweise wiederspiegelt. Auf Rohkaffeebasis war dies in 2016 ein Preis von 4,50€/kg (ohne Schälung der Pergaminos, ohne Handsortierung, ohne Säcke, ohne Transporte...). Wir hatten die fertig trockenen Pergaminos nach und nach vom Dorf abgeholt und dann zum Schluss zum Schälen gebracht und bei uns im Dorf von Hand sortiert, abgepackt und in unser temporäres Lager nach Chiang Mai gebracht.

Die Pickqualität der einzelnen Familien war bereits Anfangs ganz gut und hat sich dann in Laufe der Saison und steigenden Verständnis zum Thema Kaffee noch weiter gesteigert zu einer Qualität die man so nicht so schnell andernorts wieder findet. Bei der Weiterverarbeitung (pulpen, waschen, fermentieren, trockenen) wurde sehr sauber und akribisch gearbeitet und stets unsere Vorgaben eingehalten. 
Sehr schön war auch zu sehen, dass Dokumentationen zu z.B. abgekaufte Kirschmengen mit welcher Qualität je Mitglied, wann wurde welche Erntecharge auf die Trockentische ausgebreitet, sehr gut funktionieren und eingehalten werden. Auch Ideen und Experimente mit erst mal kleineren Mengen zu den Aufbereitungen (Natural, Honey...) kommen teilweise bereits jetzt von den Leuten selbst, ohne sie dazu "überreden" zu müssen.

Es ist einfach herrlich zu sehen, was sich alles in Laufe eines Jahres bewegt hat, vor allem wenn man bedenkt, dass wir im April 2015 bei mehr oder weniger Null angefangen haben und eine Kaffeeernte sich jeweils immer nur über ein paar Monate erstreckt. 
Wir blicken voller Stolz und Zuversicht in die Zukunft und sind uns sicher, dass wir zusammen mit den Menschen aus Mae u Mong in Zukunft noch viel umsetzen können, was nun erst mal für die Regenzeit 2016 (Juni - Oktober) mit der Pflanzung der 4.000 von uns ausgegebenen jungen Kaffeebäumen weiter geht und generell das Ziel verfolgt, dass die wunderbaren, herzlichen Menschen dieses Dorfes durch ihre Kaffeekultivierung ein zusätzliches und vor allem sicheres Einkommen erhalten und die Arbeiten dazu stets Freude bereiten.
 

Die für das Kaffeeprojekt verwendeten Mittel von 2.000,-€ setzen sich wie folgt zusammen:

  • Pulper, um die Kaffeekirschen vom Fruchtfleisch zu befreien:  500,-€
  • Trockenrahmen (40 St.), Material für weitere Trockentische, Wannen für Fermentation, usw.:  500,-€
  • 4.000 Jungpflanzen, die wir von der Universität als Setzlinge kauften und ein Jahr bei uns zu Hause gezogen haben:  1.000,-€
    * Catimor: 1.600 St.
    * San Ramon: 648 St.
    * Catuai-Yellow: 528 St.
    * Mundo Novo: 538 St.
    * Kona: 396 St.
    * Caturra: 290 St.
    - Varietäten werden je nach Situation (verfügbare Flächen, guter Schatten vorhanden...)  jedes einzelnen Mitglieds, entsprechend aufgeteilt

Oben in der Slideshow sind aktuelle Bilder aus den vergangenen Monaten, bzw. der Kaffeesaison 2015/16 (November 2015 - April 2016) zu sehen.
(mit dem Mauszeiger über die Bilder fahren und es erscheint der Titel zu jedem Bild)